06.07.2026

„Ich sollte mehr tun!“

„Ich sollte mehr tun!“

Heute Morgen habe ich mich zu meinem Schreibtisch gesetzt. Ich wollte mit intuitivem Schreiben herausfinden, was mich denn ausgleichen könnte. Ein Podcast über mentale Ausgeglichenheit hatte mich auf diese Idee gebracht. 

„Du verpasst es, etwas wirklich Bedeutendes zu machen!“ 

(Der innere Kritiker)

Seit einigen Tagen trage ich eine diffuse Unzufriedenheit in mir. Das kommt immer wieder mal so zwischendurch zum Drüberstreuen. Gerade war ich noch völlig eins mit mir und meiner Umwelt. 

Und zack!

Der innere Kritiker ist aus seinem Urlaub zurück: 

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag über? Nur belangloses Zeug! Du verpasst es, etwas wirklich Bedeutendes zu machen!“

Und schon ist die Motivation für das „belanglose Zeug“ im Keller. Das Aufstehen in der Früh geht einen Tick langsamer bzw. fühlt es sich irgendwie sinnlos an. 

Und dann hört man von der selbstständigen Buchhalterin, die noch neben ihrem Job und den Kindern eine zusätzliche halbtägige ehrenamtliche Tätigkeit übernimmt. 

Na toll! 

Nun gut. Ich setze mich also mit Schreibzeug und Block bewaffnet an meinen Schreibtisch. Denn irgendwie tu ich mir leid. Und ich hasse diesen unguten Schwebezustand in Form von „mein Tun ist sinnlos“.

…und dann kommt alles anders

Ich krixel sinnlose Phrasen auf meinen Block, um den Kuli zu testen. Das wird er nicht lange durchstehen. Als ich ihn in den Mistkübel rechts neben mir befördere, fällt mein Blick auf die Nähmaschine, die seit neuestem einen Platz auf meinem Schreibtisch bekommen hat. Und daneben die Jeans, die darauf wartet, gekürzt zu werden. Das nervt mich. 

Ok. Bevor ich mich meinem verborgenen Unterbewusstsein widme, nehme ich einen anderen Block her und schreibe darauf „Hose kürzen“ und „Jackentasche reparieren“. Den leg ich auf die Hose. Um nicht wieder etwas zu vergessen. Und nicht wieder den Schlüssel im Saum der Jacke suchen zu müssen. 

Wir selbst entscheiden, ob das, was wir tun wertvoll ist. 

Der Heizkörper drängt sich in mein Blickfeld. Ich nehme einen zweiten Zettel und schreibe darauf „Heizkörper verkleiden“,  „Fensterstöcke streichen“ usw. 

Und so stehen im Handumdrehen acht Dinge auf meiner Liste, die zu erledigen sind. Acht. 

Was ist nun aus meinem Ausflug zu meinem inneren Ich geworden? Hab ich vertagt. 

To-do-Listen und unser Selbstwert 

Denn nun widme ich mich einer Sache, die nicht auf meiner To-do-Liste steht. Ich schreibe diesen Blog. Für alle, denen es mal genauso geht wie mir. 

Denn diese Liste hat mir geholfen, meine „belanglosen Tätigkeiten“ wieder im richtigen Licht zu sehen. So schwarz (oder blau) auf weiß vor Augen zu haben, was man alles tut, zeigt, wie wertvoll die eigene Arbeit in Wirklichkeit ist. 

Auch wenn es sonst niemand beachtet. Auch wenn die Wertschätzung dafür ausbleibt. Auch wenn es finanziell nicht gewürdigt wird. 

Was hat sich nun verändert? MEIN Blick auf meine Arbeit. Ich sehe mir sozusagen selber zu. Und nun kann ich mir selbst das geben, was ich brauche: Wertschätzung. 

Seien wir uns ehrlich: Wer in unserem Umfeld macht denn schon täglich Dinge von weitreichender Bedeutung? Und sollte jemand in dieser glücklichen Lage sein - sieht derjenige das dann auch so? 

Wer entscheidet also, ob das, was wir machen, wertvoll ist? Das sollten wir niemandem anderen überlassen als uns selbst. 

Fang heute damit an und verschaff dir einen Überblick über das, was du tust. 

Würdige es. 

Und wenn du ein Ziel erreicht hast, hake es ab. Das gibt unserem Gehirn den Dopamin-Kick, den wir für die nächsten Aufgaben benötigen, und wir fühlen uns wirksam. 

Wenn du deinen inneren Kritiker besser verstehen möchtest und dir dabei Begleitung wünschst, unterstütze ich dich gern.

Bis bald

Christina 


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